Muskeldystrophien sind erblich bedingte Erkrankungen, bei denen es zu einem fortschreitenden Abbau der Muskulatur kommt. Die Erkrankung beginnt häufig im Kindesalter und schreitet je nach Form unterschiedlich schnell voran. Zu den bekanntesten Formen zählen die Duchenne- und die Becker-Muskeldystrophie.
Typische Anzeichen betreffen vor allem die Mobilität, das Gangbild und die Körperhaltung.
- Zunehmende Muskelschwäche: Besonders Beine und Becken sind früh betroffen, was Alltagsbewegungen wie Gehen und Aufstehen zunehmend erschwert.
- Unsicheres Gangbild und Sturzgefahr: Häufiges Stolpern und Hinfallen erhöhen das Verletzungsrisiko und schränken die Bewegungsfreiheit ein.
- Schwierigkeiten beim Treppensteigen und Aufstehen: Selbst alltägliche Bewegungsabläufe erfordern zunehmend Kraft und Unterstützung.
- Zunehmende Fehlstellungen: Nachlassende Muskelkraft führt dazu, dass andere Muskeln Ausgleichsfunktionen übernehmen, was Fehlhaltungen und Überlastungen begünstigt.
Im Verlauf der Erkrankung verändern sich die Anforderungen kontinuierlich. Eine vorausschauende, mitwachsende Versorgung ist entscheidend, um Mobilität und Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten.
Orthopädische Versorgung bei Muskeldystrophie
Eine individuell angepasste orthopädische Versorgung begleitet Betroffene in jeder Phase der Erkrankung und reagiert flexibel auf veränderte Bedürfnisse.
- Gelenke stabilisieren: Orthesen sichern zunehmend instabile Gelenke und reduzieren das Risiko von Fehlbelastungen und Verletzungen.
- Fehlstellungen verzögern: Gezielte Versorgungen wirken muskulären Dysbalancen entgegen und verlangsamen die Entwicklung von Fehlhaltungen.
- Energie sparen und Bewegungen erleichtern: Passgenaue Hilfsmittel reduzieren den Kraftaufwand bei Alltagsbewegungen und schonen die begrenzten Energiereserven.
- Mobilität und Selbstständigkeit erhalten: Frühzeitig eingesetzte und regelmäßig angepasste Hilfsmittel helfen, die Eigenständigkeit im Alltag so lange wie möglich zu bewahren.
